„Als kleiner Junge, der 1926 in Sterbfritz, einem kleinen deutschen Dorf mit fast idyllischem Alltagsleben, aufwuchs, hätte ich nie voraussehen können, was mir eines Tages zustoßen würde.“ „Aber noch viel weniger hätte ich mir vorstellen können, dass mein Land und mein Dorf von so bösartigem Hass überwältigt werden würde, dass meine nichtjüdischen Freunde mich und andere Juden während der Hitlerjahre so abgrundtief hassen würden.“ So beginnt in Auszügen der heute 85-jährige Henry D. Schuster seine Lebenserinnerungen, die jetzt im Hanauer CoCon-Verlag erschienenen sind (ISBN 978-3-937774-83-1).
Ernst Müller-Marschhausen rezitierte zahlreiche Stellen aus dem Buch, das keine Abrechnung darstelle und in dem auch kein Hass gehegt werde. Es sei vielmehr ein regionales Geschichtsbuch.
Wie Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich sagte, dürfe das Erlebte nicht in Vergessenheit geraten. Es sei die Verpflichtung der lebenden sowie der nachfolgenden Generationen, sich des Geschehenen bewusst zu sein, über die Gräueltaten aufzuklären und eine Wiederholung zu verhindern. Die Familie von Henry Schuster sei ein Beispiel für die jüdischen Schicksale, wie aus geachteten und angesehenen Menschen plötzlich geächtete und verachtete Leute wurden, so der Rathauschef in seiner Begrüßung. „Bewahren und entdecken, wo du lebst“, nannte Verleger Joachim Schulmerich als Motivation für die Neuerscheinung.
Das Buch ist im Buchhandel sowie im Rathaus der Gemeinde Sinntal zum Preis von 14,80 EURO erhältlich.
Buch „Von Sterbfritz nach Las Vegas“ von Henry Schuster vorgestellt |
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Unser Foto 1 zeigt v.l.n.r.: Verleger Joachim Schulmerich, Ernst Müller-Marschhausen, ehrenamtliche Kreisbeigeordnete Lisa André, Altbürgermeister Johann Heberling, Übersetzerin Anne Chavez, Bürgermeister Carsten Ullrich |

Foto 2 zeigt Bürgermeister Carsten Ullrich (rechts) mit seinem Vorgänger Johann Heberling während der Buchvorstellung