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Der Main-Kinzig-Kreis geht in der Alten- und Pflegeplanung neue Wege

Auftaktveranstaltung am 20. Juni – Drei Pilotkommunen stehen im Fokus – Veranstaltung wird im Live-Stream übertragen

Main-Kinzig-Kreis. – „Als Landkreis übernehmen wir Verantwortung für unsere Bürgerinnen und Bürger“: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler macht direkt deutlich, welche Bedeutung sie der neuen Alten- und Pflegeplanung im Main-Kinzig-Kreis beimisst. „Als Main-Kinzig-Kreis wollen wir in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden unserer Steuerungsfunktion gerecht werden“, hebt die Sozialdezernentin hervor. Daher wird der Main-Kinzig-Kreis zusammen mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden die Alten- und Pflegeplanung des Kreises aktualisieren und dabei auch neue Wege gehen. „Die Lebensrealität insbesondere der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert, es haben sich andere Bedarfe an Teilhabe am gesellschaftlichen Leben entwickelt, Wohnformen im Alter müssen heute anderen Ansprüchen genügen, kurz: es hat sich viel gewandelt“, beschreibt die Erste Kreisbeigeordnete. Ihr Anspruch sei es, dass der Main-Kinzig-Kreis einen starken sozialen Staat repräsentiere, der sich um die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger kümmere und Projekte angehe, statt nur auf die Projekte privater Investoren zu setzen.
Daher sei es nur folgerichtig, dass der Kreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden in den kommenden Jahren einen Fokus auf die Gruppe der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger legen wird. Dabei hat die aktuelle Pandemie die Erste Kreisbeigeordnete in ihren Planungen nur noch einmal bestätigt. Beleuchtet werden die verschiedenen Lebensbereiche wie „Wohnen und Mobilität“, „Pflege und Gesundheit“, „Beratung und Vernetzung“ sowie „Bürgerschaftliches Engagement und Teilhabe“, um ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept erarbeiten zu können. Es sei ihr außerdem ein besonderes Anliegen, dieses Konzept gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln. Denn niemand wisse besser, was vor Ort gebraucht werde, als die betroffenen Bürgerinnen und Bürger selbst.
„Das Gesamtkonzept vorzulegen ist wichtig, damit wir wissen, welche Angebote es im Main-Kinzig-Kreis gibt, wo wir nachsteuern müssen und in welchen Bereichen es möglich ist, neue innovative Projekte zu konzipieren“, erklärt Susanne Simmler. Auch die Frage der Förderung von Projekten spiele hierbei eine wesentliche Rolle. Die Ergebnisse sollen helfen, die Planungen für die nächsten
Jahre maßgeschneidert voranzutreiben. „Mit diesem Projekt geht der Main-Kinzig-Kreis über seine bisherigen Planungen deutlich hinaus. Wir fragen nicht nur, welche stationären Pflegeplätze wir in den nächsten Jahren benötigen werden, sondern wollen auch wissen, welche Möglichkeiten es generell insbesondere für ältere Menschen gibt. Etwa die Frage, wie viele genossenschaftliche Wohnprojekte wir hier haben, wie viele Senioren-WGs es gibt oder wie Mobilität auf dem Dorf funktioniert. All das sind aber gleichzeitig Bereiche, die längst nicht nur die älteren Menschen betreffen, sondern auch die jüngeren. Viele dieser Themen sind tatsächlich altersübergreifend“, macht Sozialdezernentin Simmler deutlich. Deshalb sei es wichtig, dass sich in den Arbeitsgruppen Menschen jeden Alters einbringen.
Der Landkreis orientiert sich dabei an den Handlungsempfehlungen zur Altenhilfeplanung des Hessischen Sozialministeriums. Geplant ist für dieses Jahr zunächst am Modell-Beispiel von den drei Kommunen Langenselbold, Jossgrund und Sinntal das Handlungsfeld „Wohnen und Mobilität“ zu erarbeiten. Die ausgewählten Kommunen decken die Bereiche „städtischer Raum“ und „ländlicher Raum“ ab. Bis zum Ende des Jahres soll ein Konzept für eine aktualisierte Alten- und Pflegeplanung für den Bereich „Wohnen und Mobilität“ für jede der drei beteiligten Kommunen vorliegen. 2021 sollen dann alle Kommunen im Main-Kinzig-Kreis in die Planung einbezogen werden.
Für den Planungsprozess gewährt das Hessische Sozialministerium eine Förderung, um externe Berater und Beraterinnen hinzuziehen. Hier unterstützen die Diplom-Gerontologin Angela Schönemann und Dr. Heinrich Grebe, kulturwissenschaftlicher Altersforscher der Universität Zürich, das Projekt zur Alten- und Pflegeplanung.
Ein wichtiges Datum zum Vormerken ist Samstag, 20. Juni. An diesem Tag findet von 11 bis 12.15 Uhr im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen die zentrale Auftaktveranstaltung für die drei beteiligten Pilotkommunen Langenselbold, Jossgrund und Sinntal statt. Im Herbst ist vor Ort ein weiteres Arbeitstreffen geplant. Gegen Ende des Planungsprozesses kommen alle Beteiligten nochmals in Gelnhausen zu einer Auswertung zusammen. „Besonders wichtig an dem gesamten Vorhaben ist die tatsächliche Umsetzung der Planung vor Ort und dass sich die Prozesse einspielen. Wir holen dabei ganz bewusst Menschen in die Gesprächsrunden, die selbst betroffen sind und die wissen, was vor Ort benötigt wird. Wir bauen auf diesen wertvollen Erfahrungsschatz auf. So soll es gelingen, den anstehenden demografischen Wandel, den man mit den Begriffen weniger, bunter, älter beschreiben könnte, gemeinsam für die Zukunft zu gestalten“, erläutert Susanne Simmler. Die Abläufe und insbesondere die Arbeitstreffen werden selbstverständlich so gestaltet, dass die jeweiligen Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus eingehalten werden. So wird die Auftaktveranstaltung nicht im Beisein der interessierten Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen
der drei genannten Kommunen stattfinden, sondern digital übertragen. Interessierte haben die Möglichkeit, die Veranstaltung von zu Hause aus zu verfolgen.
An der Auftaktveranstaltung am 20. Juni im Barbarossasaal werden Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Irmhild Neidhardt, Abteilungsleiterin von „Leben im Alter“, Jens-Uwe Künzel Sozialplaner vom Amt für soziale Förderung und Teilhabe sowie für die externe Beratung und Prozessbegleitung Angela Schönemann (Diplom-Gerontologin) und Dr. Heinrich Grebe (kulturwissenschaftlicher Altersforscher) teilnehmen. Außerdem die Bürgermeister der drei beteiligten Kommunen Rainer Schreiber (Jossgrund), Timo Greuel (Langenselbold) und Carsten Ullrich (Sinntal) sowie gegebenenfalls einige wenige geladene Gäste aus den Kommunen.
Der Vortragsteil besteht aus zwei thematischen Beiträgen zum Thema „Wohnen und Mobilität“, die jeweils maximal 20 Minuten lang sind. Für mögliche Nachfragen, Rückmeldungen und Reaktionen der digital verbundenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht eine Kontakt-E-Mail-Adresse zur Verfügung: leben-im-alter@mkk.de. Die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erfasst und im Herbst in den Veranstaltungen vor Ort geklärt. „Auch hier wollen wir neue Wege gehen und die Wünsche und Bedürfnisse der beteiligten Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsprozesse einfließen lassen“, erklärt Susanne Simmler. Die Veranstaltung am 20. Juni wird, ähnlich wie die Kreistagssitzungen, per Livestream öffentlich übertragen. Weitere Interessierte können diese Veranstaltung im Internet über die Homepage des Main-Kinzig-Kreises mkk.de verfolgen.
Den Kommunen zur Seite stehen das Team der Abteilung Leben im Alter zusammen mit der Stabsstelle Sozialplanung des Amtes 50 sowie zwei erfahrenen Fachleuten aus Hessen, die mit ihrem Expertenblick von außen zusätzliche Impulse für die gemeinschaftliche Planung und Umsetzung vor Ort geben können. Ansprechpartnerin beim Landkreis ist Irmhild Neidhardt, Leiterin der Abteilung Leben im Alter. Sie ist erreichbar unter Telefon (06051) 85-48079 sowie per E-Mail unter Irmhild.Neidhardt@mkk.de.

Tagesordnung 20.06.2020 - Auftakt Altenhilfeplanung im MKKTagesordnung 20.06.2020 - Auftakt Altenhilfeplanung im MKK
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